Helden von gestern
1030, Musik, Ärgern 03.02.2008 - 11:21:39Zum 10. Todestag Falcos wird auch eine Kulturschande im Dritten wieder einmal schmerzlich in Erinnerung gerufen.
In der gestrigen Sendung “Falco Lebt!” auf ORF 1 erzählte Markus Spiegel, wie er Falco (und auch Drahdiwaberl) 1980 bei einem Konzert in den Sophiensälen (für die Plattenindustrie) entdeckte und anschließend unter Vertrag nahm.
Daran muss ich oft denken, wenn ich fast täglich an den Ruinen der Sophiensäle vorbei gehe. Und mich dabei ertappe, wie ich mich gegenüber den Richtung Hundertwasser-Haus vorüberziehenden Touristen schäme. Und nahe dran bin, mich bei jedem einzelnen dieser Touristen für den Zustand der Ruine persönlich zu entschuldigen.
Eine Stadt wie Wien, die sich selbst leicht großspurig als “Stadt der Musik” bezeichnet und dann ihren Gästen (und Bewohnern) schon jahrelang diese Kulturschande zumutet. Da eine Wiederherstellung wohl auszuschließen und vermutlich auch technisch gar nicht mehr möglich ist, plädiere ich für eine radikale Lösung, nämlich ein
Musik-Mausoleum im Dritten
Die Größten der Wiener Musik sollten hier ihre letzte Ruhestätte finden. Angefangen von Johann Strauß, über den wahrscheinlich genialsten Pianisten, den Östereich jemals hervorbrachte, Friedrich Gulda (der – nebenbei bemerkt – seine Kindheit und Jugend im Haus gegenüber den Sophiensälen verbrachte), Joe Zawinul (das Birdland ist ja auch nicht weit weg), Georg Danzer (ja, ich weiß es wird schwierig, weil seine Asche vor der Küste Mallorcas ins Meer gestreut wurde) und viele, viele andere wie z.B. Fatty George, der viel zu früh verstorbene Hansi Dujmic und und und…
Dazu ein Sophiensäle-Museum, in dem die interessante und wechselhaft Geschichte dieses Hauses dargestellt wird. Von seinen Anfängen als Sophienbad, als Location für Konzerte, Aufführungen, Feste und Bälle, als Ort legendärer Klassikaufnahmen, als Auftrittsort von Musikern von Johann Strauß über Johann (Johnny) Depp bis hin zu Johann Hölzel. Und seinem wenig ruhmreichen Ausgedinge als abgefuckte Partylocation für 70er-Clubbings und dem endgültigenUntergang durch den Brand.

Quelle: Wikimedia
Der Standort wäre auch für den Tourismus ideal, weil viele Touristen ohnhin von Wien-Mitte durch die Marxergasse zum Hunderwasserhaus gehen und dort automatisch vorbeikommen.
Das also wäre mein Vorschlag für die “Musikstadt Wien”.
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