Diese Frage stellte sich vorgestern beim Besuch des Musicals “We will rock you”. Für manchen Queen-Fan ein Pflichtermin, für manch anderen aber vielleicht auch ein Grund zur Sorge. Meine eigenen Erwartungen jedenfalls waren hoch.

Und sie wurden nicht enttäuscht, sondern im Gegenteil noch übertroffen. Vor allem hatte ich nicht erwartet, dass die ganze Sache so witzig ist. Bekannt gute Musik in neuem Gewand, tolle choreographische und optische Effekte und jede Menge (auch austrifizierter) Gags haben das Ganze für mich zu einem sehr unterhaltsamen Spektakel gemacht. Daher meine Empfehlung: anschauen!

Natürlich gibt es immer wieder Leute, denen dabei der achso wichtige”künstlerische Mehrwert” fehlt. So wie Herr Ljubiša Tošic vom STANDARD. Seiner Premierenkritik entnehme jedenfalls ich, dass sein Beruf ein ihn sehr frustrierender zu sein scheint. Schade für ihn, dass er nicht imstande ist, sich einfach in großer Perfektion unterhalten zu lassen (manchmal habe das Gefühl, dass das einem STANDARD-Musikkritiker laut seinem Dienstvertrag verboten ist).

Nur die Tatsache, von ihm in die Nähe eines André Rieu (von mir gerne als Schleimgeiger bezeichnet) gerückt zu werden, hat mich kurz an eine Ehrenbeleidigungsklage denken lassen. Aber nach kurzer Abkühlphase bleibt bei mir nur mehr Mitleid mit diesem Herrn Tošic.So eindimensional gestrickt, dass er sich gar nicht vorstellen kann, dass man “We will rock you” und Al Green gleichzeitig mögen kann. Naja, die Postings zu seiner Kritik sprechen ohnehin für sich. Ich jedenfalls habe meine erste Music-Cassette von “A Night at the Opera” 1975 höchstpersönlich als 14-jähriger in London erstanden. Zu dieser Zeit hat sich Herr Tošic vermutlich noch mit “Pippi Langstrumpf” Cassetten beschäftigt (wenn überhaupt).

So gerne ich den STANDARD lese, die Kulturkritiken und -berichte sind sehr oft nicht zu ertragen. Aber darüber hier mehr.