Immer wieder ist man überrascht, welch verborgene Schätze manchmal zu Tage treten.

Diesmal betraf die Überraschung das L.E.O. Das wiederum bedeutet “Letztes Erfreuliches Operntheater” und stellt ein kulturelles Kleinod aber auch eine besondere Skurrilität dar.

Mitten im Dritten, nämlich in der Baumanngasse, gleich um die Ecke der Beatrixgasse verbirgt sich dieses Theater in einem Keller, der nicht viel größer als mein Wohnzimmer zu sein scheint. Es gibt keine Garderobe, der Mantel wird einfach auf einen Haken gehängt. Es gibt keine Eintrittskarten, auf Wunsch aber handgeschriebene Gutscheine auf Papptatzerln. Verköstigt wird man mit Wein und Schmalzbrot, gratis bzw. gegen freiwillige Spende.

Die Vorstellung, in diesem Fall “Tosca”, wird dargeboten von drei Sängern und einem Pianisten. Dieser Pianist, ein Australier namens Stephen Delaney, ist gleichzeit der Conferencier, der durch die Handlung führt bzw. sie erklärt. Er liefert auch Hintergrundinformationen zum Stück, ist in seinen Auftritten sehr, sehr witzig und garniert das Ganze noch mit seinem reizenden Akzent.

Das Publikum wird immer wieder einbezogen, unter anderem auch für eine Chorpassage. Alles in allem ein sehr vergnüglicher Abend, durchaus auch geeignet für Leute, die kein Opernpublikum im klassischen Sinne sind. Aber auch Opernkenner kommen auf ihre Rechnung und lernen so völlig neue Aspekte der Oper kennen.

Hingehen und ansehen!

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