Elend und Zwiespalt
1030, Gesellschaft 02.03.2009 - 22:46:24Immer mehr Bettler gibt es (auch) im und um den Rochusmarkt.
Letzten Samstag: fast schon bei jedem Zugang zum Markt sitzt bzw. steht ein/e Bettler/in. Zerlumpte Gestalten, manche mit Musikinstrument, viele mit offensichtlichen körperlichen Gebrechen und vermutlich (fast) alle aus Gegenden (süd)ostlich von Österreich.
Echte Bilder des Elends also. Keine Menschen, mit denen man tauschen wollte. Und auch ich habe schon mit so manchem Euro versucht, mein schlechtes Gewissen zu beruhigen.
Andererseits fragen ich mich trotzdem immer wieder: Soll man diesen Menschen überhaupt Geld geben? Was von diesem Geld bleibt ihnen überhaupt? Bleibt ihnen überhaupt etwas? Werden die Manager dieser Bettler-Mafias dann nicht erst recht ermutigt, noch mehr ihrer menschlichen Köder auszulegen? Material dafür gibt es wohl, nicht nur in Osteuropa, noch genug.
Eine schwierige Entscheidung, einerseits denen, die es wirklich brauchen, ein wenig Unterstützung zu geben. Zum anderen aber, die Kriminiellen, die diese Elendsgestalten als Erwerbsgrundlage zu verwenden, nicht noch zu ermutigen und ihre Geldbeutel aufzufetten.
Ich bin noch zu keinem wirklichen Schluss gekommen, aber geneigt, diesen Bettlern in Zukunft eher etwas zu Essen zu kaufen, als Geld direkt zu geben. Dieses Essen bleibt ihnen wenigstens wirklich und da haben sie auch etwas davon.
Keine Ahnung allerdings, ob das der Weisheit letzter Schluss und die effizienteste Form der Hilfe ist.

